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eine Moorlandschaft in Ostfriesland bei Sonnenaufgang - Raureif auf den Gräsern

EPD – Transparente Umweltkennzahlen für nachhaltige Materialentscheidungen

Seit 2015 erarbeitet ENNEATECH für seine Polyamide PA 6 ENTRON eco B und PA 66 ENTRON eco A eine Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD). Eine EPD ist jeweils fünf Jahre gültig. Im Jahr 2025 stand daher die Neuerstellung der EPD für beide Polyamide auf Basis von Abfällen aus der Textilindustrie auf der Agenda.

Der Mehrwert der EPD für die ENNEATECH-Kunden ist schnell erklärt: Sie liefert standardisierte, transparente und vergleichbare Informationen zu den Umweltauswirkungen eines Produktes innerhalb einer definierten Produktkategorie. Damit stellt die EPD eine zentrale Grundlage zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Materialien und Produkten dar. Ursprünglich in Europa entwickelt, basiert die EPD auf europäischen Normen. Inzwischen hat sich das International EPD System Environdec als weltweit anerkanntes EPD-Register etabliert.

Produktkategorie und Ökobilanz als Herzstück der EPD

Für die Erstellung einer EPD wird das betrachtete Produkt zunächst einer vorgegebenen Produktkategorie (Product Category Rules, PCR) aus dem International EPD System zugeordnet. Im Fall der recyclingbasierten Polyamide von Enneatech lautet diese Kategorie «plastics in primary forms», also Kunststoffgranulat.

Im Anschluss folgt der arbeitsintensivste und zugleich zentrale Bestandteil der EPD: die Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA).

Ökobilanz (LCA) für PA6- und PA66-Granulate ENTRON eco

Für die PA6- und PA66-Granulate ENTRON eco wurden im Rahmen der LCA sämtliche Energie- und Stoffströme vom Anfall der Polyamidabfälle in der Textilindustrie bis zum fertig verpackten Polyamidgranulat am Werkstor von ENNEATECH betrachtet. Dieser Ansatz wird als cradle to gate bezeichnet.

Berücksichtigt wurden unter anderem:

  • Polyamidabfallmengen aus der Textilindustrie

  • Energieeinsatz (Strom, Gas, Dampf) für Haupt- und Nebenprozesse

  • interne und externe Transporte

  • Wasserverbrauch

  • Hilfs- und Betriebsstoffe

  • Verpackungsmaterialien für Input- und Outputströme

  • produzierte Produktmengen

  • Abfallmengen aus dem Herstellungsprozess

Die Systemgrenzen der Ökobilanz sowie die darin enthaltenen Prozessschritte sind im folgenden Diagramm dargestellt.

System Diagram Visualisierung

Umweltwirkungen und Umweltkennzahlen der EPD

Den erfassten Stoff- und Energieströmen werden im Rahmen der Ökobilanz konkrete Umweltwirkungen zugeordnet. Dazu zählen unter anderem:

  • Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential, GWP)

  • Ozonabbaupotenzial

  • Wasserverknappung

  • Bildung von Sommersmog

Auf dieser Basis lässt sich beispielsweise ermitteln, wie viele Kilogramm CO₂-Äquivalente (CO₂äq) ein Kilogramm Entron eco bis zum Werkstor verursacht. Diese Kennzahlen bilden die Grundlage für den Product Carbon Footprint (PCF) des Materials.

Der Weg zur EPD – in drei Schritten

Bevor eine EPD veröffentlicht wird, durchläuft sie drei klar definierte Stufen:

Schritt 1: Erstellung der EPD

Die Ökobilanz sowie ergänzende Unternehmens- und Produktinformationen werden zur EPD zusammengeführt. Sowohl die Erstellung der LCA als auch die Ausarbeitung der EPD erfolgt stets durch ein unabhängiges Institut – in diesem Fall durch die SKZ-KFEgGmbH in Zusammenarbeit mit ENNEATECH.

Schritt 2: Unabhängige Verifizierung

Im nächsten Schritt prüft ein externer, unabhängiger Dritter die Berechnungen, fordert gegebenenfalls Anpassungen an und gibt die EPD schließlich frei. Diese Verifizierung wurde von der Green Delta GmbH durchgeführt.

Schritt 3: Veröffentlichung im EPD-Register

Nach erfolgreicher Prüfung wird die EPD beim International EPD System eingereicht. Erst nach einer weiteren formalen Kontrolle erfolgt die Veröffentlichung in der Datenbank Environdec, wo die EPD öffentlich zugänglich ist.

Mehrwert der EPD für ENNEATECH-Kunden

Der Nutzen für die Kunden von ENNEATECH liegt auf der Hand:
Die veröffentlichten Umweltkennzahlen und Umweltauswirkungen der Produkte ENTRON eco A und ENTRON eco B sind mehrfach geprüft und verifiziert. Käufer erhalten damit eine belastbare Datengrundlage und können sicher sein, ein Material mit einem um bis zu 90 % reduzierten Product Carbon Footprint im Vergleich zu Neuware einzusetzen.

Alle relevanten Umweltwirkungen und Produktinformationen stehen transparent und übersichtlich auf Environdec zur Verfügung.

«Immer häufiger verlangen Unternehmen in ihren Ausschreibungen eine EPD. In der Baubranche ist dies bereits etabliert, viele weitere Branchen ziehen nach. Wer ein Produkt aus unseren Granulaten herstellt, erhält durch unsere EPD alle notwendigen Rohstoffinformationen für die eigene Umweltproduktdeklaration.

Möchte ein Kunde seine Scope-3-Emissionen erfassen, liefert unsere EPD die erforderlichen Daten zu den vorgelagerten Emissionen des eingesetzten Rohstoffs Entron eco. Da Scope-3-Emissionen meist den größten Anteil über den Lebenszyklus eines Bauteils ausmachen, sind sie entscheidend für das Erreichen von Klimazielen. Mit unserer EPD ebnen wir unseren Kunden den Weg dorthin.»

Hartmut Schoon, Vorstandsvorsitzender

Environmental Product Declaration

FAQ – Umweltproduktdeklaration (EPD) für Polyamide

Eine Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) ist ein standardisiertes Dokument, das transparente und vergleichbare Informationen über die Umweltauswirkungen eines Produkts innerhalb einer definierten Produktkategorie bereitstellt. Grundlage ist eine nach internationalen Normen erstellte Ökobilanz (Life Cycle Assessment, LCA).

EPDs werden eingesetzt, um die Nachhaltigkeit von Materialien und Produkten objektiv zu bewerten. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage in Ausschreibungen, in der Produktentwicklung sowie zur Berechnung von Umweltkennzahlen wie dem Product Carbon Footprint oder Scope-3-Emissionen.

Eine EPD besitzt in der Regel eine Gültigkeit von fünf Jahren. Danach muss sie aktualisiert oder neu erstellt werden, um aktuelle Produktionsdaten und Umweltwirkungen abzubilden.

«Cradle to gate» beschreibt den betrachteten Lebenszyklus eines Produkts von der Rohstoffgewinnung beziehungsweise dem Abfallanfall bis zum Werkstor des Herstellers. Nutzungsphase und End-of-Life-Szenarien sind in diesem Systemgrenzenansatz nicht enthalten.

Eine EPD weist unter anderem das Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential), den Product Carbon Footprint, Ozonabbau, Wasserverknappung sowie die Bildung von Sommersmog aus.

Der Product Carbon Footprint ist eine einzelne Kennzahl innerhalb der EPD und beschreibt ausschließlich die Treibhausgasemissionen eines Produkts. Die EPD hingegen bildet ein umfassendes Set an Umweltwirkungen ab.

Die EPD stellt geprüfte Daten zu den vorgelagerten Emissionen eines Rohstoffs bereit. Diese Informationen können direkt für die Berechnung von Scope-3-Emissionen in der Unternehmensbilanzierung verwendet werden.

Die EPDs für Entron eco A und Entron eco B sind im internationalen EPD-Register Environdec veröffentlicht und dort frei zugänglich.

In vielen Branchen – insbesondere im Bauwesen – sind EPDs bereits fester Bestandteil von Ausschreibungen. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung der eingesetzten Materialien und unterstützen Unternehmen bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeits- und Klimaziele.

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