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Schwarze Polyamid Granulate auf einem grauen Hintergrund

Polyamid verarbeiten: Spritzguss, Extrusion & Blasformen im Überblick

Polyamid (PA) lässt sich dank seiner thermoplastischen Eigenschaften in verschiedensten Verfahren zu Bauteilen verarbeiten – vom Spritzguss über die Extrusion bis zum Blasformen. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Art des Polyamids, der Bauteilgeometrie und dem gewünschten Verwendungszweck ab. Wie sich PA6 und PA66 in ihren Eigenschaften unterscheiden und in welchen Branchen sie eingesetzt werden, erfahren Sie ausführlich in unserem großen Polyamid-Ratgeber. Hier werfen wir den Fokus auf die drei wichtigsten Verarbeitungsverfahren und zeigen, welche Bauteile dabei jeweils entstehen.

Da PA thermoplastisch verformbar ist – durch Wärme also flüssig wird – lässt es sich auf unterschiedlichen Wegen «in Form» bringen. Im Detail:

Spritzguss

Das am häufigsten verwendete Verfahren zur Verarbeitung von Polyamid zu komplexen Formteilen in großen Stückzahlen ist der Spritzguss. Das Polyamid wird meist als Granulat in die Plastifiziereinheit – eine Art Knetmaschine – aufgeben und hier verflüssigt. Danach wird es unter Druck in ein Werkzeug gespritzt und dort abgekühlt. Im Anschluss entnimmt ein Mitarbeitender oder ein Roboter das Bauteil aus dem Werkzeug. Zahlreiche recycelte PA-Compounds und recycelte PA-Granulate von Enneatech werden so in Bauteile für die Automobilindustrie, den Bau, die Elektro- und Elektronikindustrie oder die Sportbranche verwandelt. Einen tieferen Einblick zum Spritzgussverfahren finden Sie hier.

Extrusion

Die Extrusion ist nach dem Spritzguss das wichtigste Verarbeitungsverfahren für Polyamide. Das Herzstück der Anlage ist der Extruder, der das Material aufschmilzt und die Schmelze im Anschluss in ausreichender Menge mit der notwendigen Temperatur und dem notwendigen Druck durch ein formgebendes Werkzeug presst. Je nach Gestalt des Werkzeuges entstehen so Rohre, Profile, Fasern, Folien, Platten.

Die in der Extrusion entstehenden Platten oder Stangen aus Polyamid lassen sich unter anderem durch CNC-Bearbeitungszentren oder in Drehmaschinen in Form bringen. Diese tragen Material von den kompakten Kunststoffrohlingen ab und formen so beispielsweise Zahnräder, Gleitlager, Führungsbuchsen, Ladungsträgerleisten, Dicht- und Gleitringe. Oft sind diese Bauteile in Maschinen und Anlagen verbaut, unsichtbar von außen. Dennoch sorgen sie für den zuverlässigen Betrieb von Maschinen und Geräten. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Extrudierte Platten und Folien lassen darüber hinaus durch das Thermoformen verarbeiten. Bei diesem Verfahren erwärmt ein Heizaggregat die Platte oder Folie bis kurz vor den Schmelzpunkt. In Anschluss fährt ein Werkzeug mit der gewünschten Form in den weichen Werkstoff, der durch Druckluft und/oder Vakuum über die Form gezogen wird. Auf diesem Weg entstehen aus Platten unter anderem Verkleidungsteile für Caravans, Baufahrzeuge oder Maschinen, aber auch in Bussen, bei der Bahn oder im Flugzeug finden sich thermogeformte Bauteile in Rückschalen von Sitzen oder Seitenverkleidungen. Verpackungen, Ladungsträger oder Trays werden aus Folienware hergestellt.

Blasformen

Es existieren verschiedene Arten des Blasformens: Extrusionsblasformen und Spritzblasformen. Beim kontinuierlichen Extrusionsblasformen wird Kunststoffgranulat in einem Extruder aufgeschmolzen und durch eine ringförmige Düse zu einem schlauchförmigen Vorformling geformt. Dieser Schlauch tritt kontinuierlich aus der Düse aus. Sobald der Vorformling die gewünschte Länge erreicht hat, wird er in eine geöffnete Blasform überführt. Die Form schließt sich um den Schlauch. Durch einen Blasdorn wird Druckluft eingeblasen, die den Kunststoff an die Innenwände der Form presst. Nach dem Abkühlen öffnet sich die Form, und der fertige Hohlkörper wird entnommen.

Neben dem kontinuierlichen Blasformen lässt sich das Verfahren auch mit einem spritzgegossenen Vorformling abbilden. Der Prozess gliedert sich in mehrere Schritte: Zunächst wird im Spritzgießverfahren der Vorformling, auch Preform genannt, erzeugt. Dieser ähnelt einem Reagenzglas mit einem bereits ausgeformten Flaschenhals. Der spritzgegossene Vorformling wird erwärmt und dann in die Blasform eingelegt und aufgeblasen. Aus Polyamid entstehen im Blasformverfahren technische Hohlkörper, die hohen mechanischen und thermischen Belastungen standhalten müssen. Dazu gehören Luftführungen, Kraftstofftanks oder Kühlmittelrohre im Fahrzeug. Hier erfahren Sie mehr dazu.

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